Carsten Gerhardt erhält den Rheinlandtaler

Carsten Gerhardt erhält den Rheinlandtaler

Freitag, den 13. Oktober 2017 um 17:15

Anfang der Woche wurde der Erfinder der Nordbahntrasse und erste Vorsitzende der WUPPERTALBEWEGUNG e.V. Carsten Gerhardt vor allem für sein ehrenamtliches Engagement und seine Verdienste um den Erhalt der Kulturlandschaft vom Landschaftsverband Rheinland mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet.

Die Nordbahntrasse ist etwas Besonderes: etwas, das in Wuppertal strahlt und ebenso über die Grenzen hinaus. Das wurde bei der Verleihung im Wuppertaler Rathaus am Dienstag wieder deutlich.

Karin Schmitt-Promny, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, stellte die Nordbahntrasse vor etwa 40 geladenen Gästen im Ratssaal des Barmer Rathauses in eine Reihe von Landmarken, die zur »Einzigartigkeit von Landschaften beitragen«, die »Auslöser für die Entstehung eines Heimatgefühls« seien und »verantwortlich für die Ausprägung unserer regionalen Identität«.

Gerhardt – stellvertretend für seine Mitstreiter – sei ein Beispiel für ehrenamtliches Engagement, das helfe, der »Vereinheitlichung und damit Beliebigkeit und Austauschbarkeit von Siedlungs- und Landschaftsbildern vorzubeugen«. Denn die Pflege von Kulturlandschaften sei nicht nur politische Aufgabe, sondern eine der gesamten Gesellschaft. Dafür brauche es Menschen wie Gerhardt und die 3.500 Mitglieder seines Vereins, der WUPPERTALBEWEGUNG.

Schmitt-Promny betonte, wie sehr sich die Wuppertaler mit der Trasse identifizierten und mit dem Verein, dessen Name Programm geworden sei. Beides sei »untrennbar mit Ihnen und Ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern verbunden« – denn »mit der Nordbahntrasse haben Sie ein Stück Wuppertaler Geschichte geschrieben«, betonte Schmitt-Promny die Relevanz des Erreichten.

Das unterstrich Oberbürgermeister Andreas Mucke in der Begrüßungsrede zuvor – und hob vor allem das Verhältnis der Wuppertaler zu der Nordbahntrasse hervor. »Die Wuppertaler lieben ihre Nordbahntrasse«, sagte der OB. »Sie nutzen sie bei jedem Wetter.« Für alle sei etwas dabei – »nur nicht für Autos.« Schmitt-Promny vermutete in ihrer Laudatio bereits, dass Gerhardt in seiner »ihm eigenen Bescheidenheit« die Gemeinschaft seiner Mitstreiter hervorheben wird. Dass er aber dann durch die Reihen des Ratssaals gehen sollte, um jedem geladenen Gast einzeln zu danken, dürfte sie überrascht haben.

Gerhardt lief zu jedem Gast einzeln, nannte vor allen anderen dessen Verdienst, Engagement und Aufgabenfeld, streute Anekdoten und viele Dankeschöns ein, statt eine traditionelle Dankesrede am Rednerpult zu halten. Mit dabei waren auch seine Eltern und seine Tochter. »Ich darf die Ehrung entgegennehmen«, sagte er abschließend, »ihr seid die, die sie verdient haben«.

Außer dem Blick zurück wagten Schmitt-Promny und Mucke auch den Blick nach vorne – zur Schwarzbachtrasse. Die werde mit Sicherheit etwas Besonderes, sagte Schmitt-Promny. Sie habe keine Zweifel, dass sie »ein Erfolgsprojekt für Wuppertal werden wird«. Das deutete auch Mucke an, der positive Signale aus Düsseldorf habe. Er gehe von einem Baubeginn im kommenden Jahr aus.

Der Rheinlandtaler

Seit 1976 hat der Landschaftsverband Rheinland mehr als 1.300 Menschen mit dem Rheinlandtaler geehrt, die sich um die rheinische Kultur verdient gemacht haben. Die Verleihung ist auch eine Werbung für das Ehrenamt.

Quelle: Eike Rüdebusch (WZ Wuppertal)
Foto: Rolf Dellenbusch

von Yvonne Schmitz