Zweiter Arbeitsmarkt

Von Beginn an beabsichtigte die WUPPERTALBEWEGUNG, die fleißigen Mitarbeiter des sogenannten Zweiten Arbeitsmarktes, umgangsprachlich »Ein-Euro-Jobber« genannt, in das Projekt zu integrieren. Es bot ihnen die Möglichkeit, einer öffentlich anerkannten und unzweifelhaft zusätzlichen Arbeit nachzugehen. Inzwischen sind sie von der Nordbahntrasse kaum mehr wegzudenken. Tagein, tagaus, bei Wind und Wetter verrichten sie ihre Arbeit motiviert und zuverlässig, weil sie sich mit dem Projekt identifizieren.

Zwei soziale Träger, das gemeinnützige Wichernhaus und die Gesellschaft für berufliche Aus- und Weiterbildung (GbA) bieten auf der Trasse Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen an. Mit Unterstützung des Jobcenters schaffen sie die Voraussetzungen für eine mögliche Eingliederung in den Ersten Arbeitsmarkt. Mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzen diese Möglichkeit: beim Wegebau, Grünschnitt, bei Betonarbeiten, Mauerwerkssanierungen, in der Trassenmeisterei mit ihrem Maschinenpark, im Café Nordbahntrasse oder auch in der Skatehalle Wicked Woods.

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Die Arbeiten des Zweiten Arbeitsmarktes reichten vom Säubern und Freischneiden der Trasse über die Entfernung der alten Schienen und die Herrichtung der Draisinenstrecke, das Pflastern des Gehwegs und die Verlegung von Rohren bis hin zur Betonierung von Brücken, dem Auskratzen und Verfüllen von Fugen an Stützwänden und der Herstellung und Installation von Geländern.

Der ungleich größere Anteil der Gesamtinvestition fließt an umliegende Handwerksbetriebe oder Firmen aus ganz Deutschland. Sie bringen Spezialkenntnisse und Maschinen in das Projekt ein, die aus eigenen Ressourcen nicht bereitgestellt werden könnten. Beide Projektpartner haben sich über weite Strecken des Projektes in idealer Weise ergänzt.

Allerdings konnte der Zweite Arbeitsmarkt nicht in vollem Umfang den Anteil erfüllen, der ihm ursprünglich zugedacht war. Erfahrungen im Projekt ermöglichten eine genauere Einschätzung seines Potentials und Einschränkungen des Bundes in der Finanzierung reduzierten die Zahl der zur Verfügung stehenden Kräfte. Gleichzeitig führte die positive Entwicklung des Ersten Arbeitsmarktes dazu, dass sich weniger qualifizierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Arbeiten beteiligen konnten. Und schließlich hatten die Verzögerungen der Stadt bei der Bauausführung zur Folge, dass für die Ausführung einiger Arbeiten nicht mehr die erforderliche Zeit zur Verfügung stand. So wurde der Erste Arbeitsmarkt beispielsweise mit Pflasterarbeiten betraut.

Die Arbeit der Helfer des Zweiten Arbeitsmarktes wird von der Bevölkerung in hohem Maße wertgeschätzt. So manches Lob während der Bauarbeiten spricht Bände. Auch das Land NRW hat die erbrachten Leistungen gewürdigt, die es sogar bereit war, als Eigenleistungen zu betrachten. Auf diese Anerkennung können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Recht stolz sein. Insgesamt haben sie über 370.000 Stunden abgeleistet! Die WUPPERTALBEWEGUNG ist ihnen deshalb zu großem Dank verpflichtet. Nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft bei der Unterhaltung und Pflege der Trasse ruhen viele Hoffnungen auf einer Fortsetzung der Leistungen des Zweiten Arbeitsmarktes.