Die Bezeichnung „Kleinbahn Loh-Hatzfeld" galt nun für die gesamte Strecke, deren Länge 4,466 Kilometer betrug und die einen Höhenunterschied von 220 Metern überwand.
Organisatorische ZugehörigkeitDie Kleinbahn war stets Bestandteil des Barmer Straßenbahn- bzw. Stadtwerkebetriebs:
- 1911: Inbetriebnahme unter der Barmer Straßenbahn
- 1929: Zusammenschluss der Städte Barmen, Elberfeld und weiterer zu Wuppertal; aus der Barmer Straßenbahn wurde die Wuppertaler Straßenbahn
- 1939/40: Fusion zur Wuppertaler Bahnen AG (WB)
- 1947: Gründung der Wuppertaler Stadtwerke AG (WSW) durch Zusammenführung der Wuppertaler Bahnen AG und der städtischen Werke für Gas, Wasser und Strom
Betrieb und VerkehrDas Besondere an der Hatzfeldbahn war das jahrzehntelange Nebeneinander von Straßenbahn- und Güterverkehr auf denselben Gleisen. Für den Straßenbahnbetrieb galten die Bau- und Betriebsvorschriften für nebenbahnähnliche Kleinbahnen und Straßenbahnen mit Maschinenbetrieb. Die Strecke Schlachthof–Hatzfeld war eingleisig, unterwegs gab es Kreuzungsstellen an der Wilkhausstraße und Winchenbachstraße sowie ein Umsetzgleis in Hatzfeld.
Straßenbahnzüge verkehrten im 15/20- bis 30-Minuten-Takt, in der Hauptverkehrszeit bis ab Winchenbachstraße alle 7,5 bis 10 Minuten. Die Höchstgeschwindigkeit der Straßenbahnzüge betrug 40 km/h bergauf, 30 km/h bergab. Die Güterzüge fuhren bis zu fünfmal täglich mit maximal 15 km/h.
Der Betrieb der unübersichtlichen, eingleisigen Strecke verlief weitestgehend störungsfrei, obwohl in den Straßenbahntakt die Güterzüge bis zu fünfmal täglich eingefädelt wurden. Im Februar 1956 ereigneten sich allerdings innerhalb von drei Tagen zwei Frontalzusammenstöße auf der Strecke, ausgelöst durch Bedienfehler an der Lichtsignalanlage. Beim ersten Unfall kamen ein Fahrer und ein Fahrgast ums Leben. Die Lichtsignalanlage wurde erst in den vierziger Jahren eingebaut und war zunächst handbedient.
Ab 1. Oktober 1929 erhielt die Hatzfelder Linie die Liniennummer 6, die bis zum Ende 1963 galt. In den 1920er Jahren gelang es, die Gleisweichen so anzupassen, dass auch normale Straßenbahnwagen mit Beiwagen bis Hatzfeld fahren konnten.
1923 wurde der Kleinbahn zusätzlich der Kohletransport über die Straßenbahngleise zum Elektrizitätswerk am Clef im Zentrum von Barmen übertragen – ein spektakulärer Güterzugbetrieb mitten durch die Innenstadt.
Der Löwenanteil der Wagenladungen fiel für den Schlachthof an, zeitweise bis zu 750 Wagen im Monat. Stückgut war nur für wenige Firmen zu transportieren.
Nachkriegszeit und EndeNoch in den 1950er Jahren wurden Gleisanlagen und Fahrleitung teilweise erneuert, alte Gittermasten durch Betonmasten ersetzt und Lichtsignale mit gleisgesteuerten Kontakten installiert.
Mit dem Rückzug einiger Firmen und der Verlagerung des Güterverkehrs auf die Straße gingen die Transportleistungen stetig zurück: 1965 noch 28.000 Tonnen, 1975 nur noch 13.299 Tonnen, 1979 noch 9.331 Tonnen.
Die Straßenbahnlinie 6 wurde am 20. April 1963 eingestellt – damit endete das über 50 Jahre währende Nebeneinander von Straßenbahn und Güterzug. Der Güterverkehr lief noch bis zum 1. Februar 1980 weiter, zuletzt fast ausschließlich für den Anschluss der Firma Dr. Kurt Herberts (heute Axalta Coating Systems). Die letzte Zuführungsfahrt fand am 1. Februar 1980 statt, am 15. Februar 1980 gab es mit der Lokomotive 3609 eine interne Abschiedsfahrt. Wenige Tage später wurde der Fahrstrom abgeschaltet und mit dem Abbau von Gleis- und Fahrleitungsanlagen begonnen.
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